E-Commerce 2021: Diese Shopsysteme solltest du kennen

23 Juli 2021

Wenn du 2021 noch keine E-Commerce-Strategie für dein Unternehmen hast, dann solltest du dies schleunigst nachholen! Denn dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. zufolge, wird es dieses Jahr ein Umsatzwachstum für Waren im E-Commerce von 12,5% im Vergleich zum Vorjahr geben. Grund genug, um endlich den lang ersehnten Online-Shop für dein Unternehmen zu launchen.

Seit Jahren schon gibt es allerhand Online-Shop-Systeme, mit denen du im Handumdrehen deinen eigenen digitalen Shop eröffnen kannst. Doch welches System ist das richtige für dich? Genau diese Fragen wollen wir in diesem Artikel beantworten.

Dabei schauen wir uns die folgenden Themen an:

Die Entwicklung von E-Commerce

Für viele Menschen gehört es heute zu ihrem Alltag dazu, über ihr Smartphone oder an ihrem Computer nach Produkten im Internet zu suchen und diese mit wenigen Klicks zu sich nach Hause zu bestellen.

Dabei wurde erst vor 25 Jahren der erste Kauf über einen Online-Shop getätigt: Am 11. August 1994 wickelte der US-Marketplace Netmarket den allerersten Online-Kauf inklusive einem Check Out Prozess und einer verschlüsselten Kreditkartenzahlung ab. Bei dem Kauf handelte es sich übrigens um die CD „Ten Summoner’s Tales” des Musikers Sting.

Ein Jahr später feiert das damals noch als Start-Up geltende Unternehmen Amazon seinen ersten digitalen Kaufabschluss und auch das Online-Auktionshaus eBay geht 1995 an den Start – damals allerdings noch unter dem Namen AuctionWeb. 

Mit einem zunehmenden Angebot an Online-Shops und Marketplaces findet die neue Art des bequemen Shoppings von Zuhause auch in der Bevölkerung anklang. Bereits 1999 wurden 1,1 Milliarden Euro Online-Umsatz in Deutschland verzeichnet. 2018 lag die Zahl bei ganzen 53,4 Milliarden – und 2020 stieg der Umsatz dank der Corona-Pandemie sogar auf satte 83,3 Milliarden an. 

Shopsysteme: Darauf kommt es an

Aufgrund der steigenden Beliebtheit von Online-Shopping gibt es mittlerweile auch zahlreiche Anbieter, die unterschiedliche Softwares zum einfachen Erstellen von eigenen E-Commerce-Seiten zur Verfügung stellen.

Grundsätzlich sollte ein gutes Shopsystem die folgenden Kriterien abdecken:

Suchmaschinenoptimierung

Bei der Flut an Online-Shops im Internet ist Suchmaschinenoptimierung ein Muss, um nicht in der Versenkung – auch bekannt als Googles Seite 2 – zu verschwinden. Ein gutes Shopsystem sollte daher auch suchmaschinenfreundlich aufgebaut sein und zum Beispiel das Integrieren einer Sitemap unterstützen.

SEO Check: Worauf es 2021 bei der SEO Analyse ankommt

Schnelle Seitenladezeiten

Niemand wartet gerne auf langsam ladende Webseiten – erst Recht nicht, wenn man etwas kaufen möchte. Tatsächlich hat Google in einer Studie herausgefunden, dass bereits bei einer Seitenladezeit von 3 Sekunden die Absprungrate um ein Drittel ansteigt. Und bei 6 Sekunden verdoppelt sich die Bounce Rate sogar noch! Deswegen ist eine schnelle Seitenladezeit unabdinglich für einen erfolgreichen Online-Shop – und sollte von einem guten Anbieter auch dementsprechend unterstützt werden. 

Mobile First

Die Zahl der Online-Käufe, die über ein Smartphone oder ein Tablet abgewickelt werden, steigt immer weiter an. Tatsächlich browsen einer Studie der Postbank zufolge 79% der Nutzer mit einem Handy im Internet. Deswegen sollte auch dein zukünftiger Online-Shop unbedingt für die Nutzung über ein mobiles Endgerät optimiert sein. 

Mögliche Personalisierung

One Size fits all-Lösungen sind gut für einen schnellen Markteintritt, aber stoßen auch schnell an ihre Grenzen. Jedes Unternehmen hat individuelle Bedürfnisse, die von einem guten Shopsystem auch unterstützt werden sollten. Das gilt nicht nur in Bezug auf ein spezielles Design, sondern auch auf die Skalierbarkeit des Systems, wenn mit der Zeit die Anzahl der Käufe über den Online-Shop steigen oder du dein Sortiment erweitern möchtest. Daher solltest du dich vorab informieren, ob dein System dir ausreichend Raum zum Wachsen und zur Personalisierung deiner E-Commerce-Strategie bietet.

Integration von anderen Systemen 

Wahrscheinlich arbeitest du bereits mit einigen anderen Tools wie zum Beispiel Newsletter- oder ganzheitlichen Marketing-Lösungen, um den Erfolg deines Unternehmens voranzutreiben. Je nachdem welchen Stellenwert diese Softwares in deiner Marketingstrategie einnehmen, kann es wichtig sein, diese Tools auch in ein Shopsystem zu integrieren. Deswegen solltest du dich vorab erkundigen, welche Anbieter die Zusammenlegung deiner Systeme ermöglichen. 

Rechtliche Sicherheit

Spätestens seit der Einführung der neuen Datenschutzverordnung ist rechtliche Absicherung einer der wichtigsten Aspekte beim Erstellen eines Online-Shops. Sei es eine aktuelle Cookie-Richtlinie oder die rechtlich konforme Verschlüsselung von Kundendaten, für dein Shopsystem sollte die Sicherheit deiner Kunden und deines Unternehmens an erste Stelle stehen.

Analytics

Schließlich ist es wichtig, dass du den Erfolg deines Online-Shops auch richtig messen kannst. Dafür ist ein integriertes Analytics-System oder eine einfache Integration von Anbietern wie Google Analytics unabdinglich, denn nur mit den entsprechenden Daten kannst du deinen Shop auch kontinuierlich optimieren.

Diese Shopsysteme solltest du kennen

Jetzt weißt du, worauf es bei der Auswahl eines Shopsystems ankommt. Schauen wir uns jetzt also einmal die beliebtesten Online-Shop-CMS an, die es aktuell gibt.

WooCommerce

WooCommerce ist ein Plugin für WordPress-basierte Webseiten, mit dem du schnell und einfach einen Online-Shop in deine Seite integrieren kannst. Das Plugin ist kostenlos und bietet einige Gratis-Templates an. Wenn du Programmieren kannst oder einen Webentwickler in deinem Team hast, kannst du das Design aber auch individuell direkt im Code deiner Seite anpassen.

VorteileNachteile
  • Kostenlos
  • Erfordert einiges an Vorkenntnissen
  • Bietet flexible Anpassungsmöglichkeiten
  • Das Aufsetzen des Shops ist relativ zeitaufwendig
  • Zusätzliche Plugins ermöglichen die weitere Personalisierung
  • Plugins und Integrationen sind teilweise mit Kosten verbunden

Jimdo

Jimdo ist ein sogenanntes Baukastensystem. Das heißt, dass selbst Nutzer ohne jegliche Programmierkenntnisse sich schnell einen eigenen Online-Shop erstellen können. Für das volle Funktionspaket muss eine monatliche Gebühr gezahlt werden, die aktuell bei 15€ bzw. 25€ liegt. Dafür bekommen die Nutzer dann nicht nur einen umfangreichen Support, sondern auch verschlüsselte Check-Outs und einfach anzupassende Layouts. Allerdings gibt es keine Möglichkeit, Kundenkonten zu erstellen und auch Integrationen von Social-Media-Shops sind aktuell nicht verfügbar.

VorteileNachteile
  • Niedrige Gebühren
  • Fehlende Integrationsmöglichkeiten
  • Einfache Bedienbarkeit
  • Kundenkonten werden nicht unterstützt
  • SSL-Verschlüsselung und DSGVO konform
  • Keine Support-Hotline und zeitlich begrenzter Live-Support

Shopify

Shopify ist ein umfangreiches CMS für Online-Shops, das nach eigenen Angaben alle Funktionen bietet, die für den Verkauf von Produkten im Internet nötig sind. Dabei stehen den Nutzern zahlreiche mobil-optimierte Vorlagen zur Verfügung. Außerdem ist Shopify vor allem für seine Zuverlässigkeit beliebt: Auch bei steigendem Traffic bleibt dein Webshop auf Shopify erreichbar. Dafür muss allerdings auch ein monatlicher Betrag gezahlt werden und der Online-Shop wird direkt bei Shopify gehostet. 

VorteileNachteile
  • Unbegrenzte Produktanzahl
  • Monatliche Gebühren fürs Hosting
  • Auswahl an vorgefertigten responsiven Designs
  • Limitierte Gestaltungsmöglichkeiten
  • Hohe Ausfallsicherheit auch bei hohem Traffic
  • Zusätzliche Kosten für Themes und Zahlungsarten möglich

Shopware

Shopware ist eine deutsche Softwarelösung für Online-Shops, die insbesondere durch ein übersichtliches Backend überzeugt. Es gibt eine kostenlose Version, die aber nur einen begrenzten Funktionsumfang bietet. Professionelle Pakete können allerdings gegen das Zahlen einer einmaligen Gebühr erworben werden. Da das Unternehmen aus Deutschland kommt, bietet es absoluten Rechtsschutz gemäß der hierzulande geltenden Gesetze für den Online-Handel und kann mit zahlreichen Modulen je nach Bedarf erweitert werden.

VorteileNachteile
  • Kostenlose Version verfügbar
  • Kostenlose Version bietet nur begrenzten Funktionsumfang 
  • Einfache Bedienbarkeit
  • Modulinstallation teilweise sehr kompliziert 
  • Deutsches Unternehmen mit rechtlicher Absicherung
  • Kosten für Vollversion vergleichsweise hoch

Drupal Commerce

Drupal ist eine beliebte Alternative zu WordPress und ist ebenfalls ein Open-Source-Anbieter, der verschiedene Themes und Module zur Verfügung stellt. Dementsprechend bietet das Unternehmen auch eine eigene E-Commerce Lösung für dein System an, das mit WooCommerce für WordPress vergleichbar ist. Drupal-Nutzer mögen dabei vor allem die integrierten Optionen für mehrsprachige Websites, für die keine zusätzlichen Plugins notwendig sind. Einen direkten Kundensupport gibt es für Drupal Commerce allerdings nicht, was den Einstieg für Nutzer ohne Programmierkenntnisse kompliziert gestalten könnte.

VorteileNachteile
  • Kostenlos
  • Für Sicherheit und Verschlüsselung muss extra gezahlt werden
  • Gut geeignet für mehrsprachige Seiten
  • Programmierkenntnisse für Nutzung von Vorteil
  • Komplette Gestaltungsfreiheit
  • Kein direkter Kundensupport

Magento

Magento ist ein Shopsystem, das wahrscheinlich eher für größere Unternehmen interessant ist. Die Software gehört seit 2018 zum Computer-Software-Unternehmen Adobe und bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Personalisierung an. Diese erfordern jedoch entsprechenden Server-Space und auch das Aufsetzen des Online-Shops ist relativ aufwendig, weswegen in der Regel eine Agentur damit beauftragt wird. All dies kann zu erhöhten Kosten führen, selbst wenn die kostenlose Open-Source-Version verwendet wird. 

VorteileNachteile
  • Kostenlose Version verfügbar
  • Aufsetzen ist mit hohen Kosten verbunden
  • Individuell anpassbar 
  • Programmierkenntnisse notwendig
  • Bietet zahlreiche Erweiterungen
  • Relativ hoher Einrichtungsaufwand

Fazit: Die richtige Lösung für deine Bedürfnisse

Online-Shopping ist gekommen um zu bleiben – das zeigen die Zahlen des Online-Umsatz aus 2020 und auch die Prognosen für dieses Jahr sehen rosig aus. Die besten Voraussetzungen also, um einen Online-Shop für dein Unternehmen zu launchen.

Bei der Wahl eines geeigneten Shop-Systems solltest du auf verschiedene Aspekte wie etwa die Suchmaschinenoptimierung, ein mobile-freundliches System sowie Datenverschlüsselung und Personalisierung achten.

Welches Shop-System das richtige für dein Unternehmen ist, hängt aber von deinen individuellen Bedürfnissen ab. Wenn du schnell und ohne viele Vorkenntnisse deinen Online-Shop launchen möchtest, sind Lösungen wie WooCommerce, Jimdo, Shopify oder Drupal Commerce wahrscheinlich eine willkommene Variante. Hast du jedoch höhere technische Ansprüche oder dir steht ein Team für das Aufsetzen deines Shops zur Verfügung, können Magento oder Shopware die bessere Wahl sein. Wofür du dich letztendlich entscheidest, bleibt also dir überlassen.

Comments are closed.